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Urlaub auf Poel
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Berlin geboren, in Hannover aufgewachsen – und nun Rapskönigin von Poel: Melanie Korkor (36), von allen nur „Melly“ genannt, hat einen bunten Lebensweg hinter sich. Ihre Familie stammt ursprünglich aus Bayern und von der Ostsee. Die Familie zog dann nach den Kriegsjahren nach Hannover - dort betreibt die Familie eine Apotheke, ihre Mutter selbst ist Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA). Doch Mellys Herz schlug schon früh für Design und Kreativität. Sie machte Abitur und studierte Innenarchitektur an der Hochschule für Design und Medien – mit einem ganz besonderen Praxissemester: In Sydney, Australien.
„Ich wollte ans Meer und gleichzeitig in eine Großstadt“, erzählt sie. Und bekam beides – sogar mit Blick auf Pinguine, die manchmal direkt vor dem Bürofenster vorbeizogen. Die Zeit in Australien hat sie geprägt, besonders das lebendige kirchliche Leben dort: „Ich hab mich sofort zuhause gefühlt – Menschen aus aller Welt, ein starker Zusammenhalt.“ So stark, dass sie nach dem Abschluss nochmal zurückkehrte, um am International Leadership College ein theologisches „Diplom in Ministry“ zu machen. „Ich hab dort gelernt, wie man ins Mikro spricht – und wie man andere ermutigt. Dieses Selbstbewusstsein trage ich bis heute in mir.“
Zurück nach Deutschland kam sie aus Überzeugung. „Man sieht die Welt anders nach Australien – und wie gut es uns hier eigentlich geht. Auch beruflich ist man hier besser abgesichert.“ Ihr neuer Sehnsuchtsort wurde die Ostseeküste. 2016 begann sie bei der MV Werft in Wismar – endlich arbeitete sie „für eine Schifffahrtsfirma“, wie sie es sich immer gewünscht hatte.
Heute lebt Melly in Wismar, arbeitet als Innenarchitektin bei einem Büromöbelhändler und gestaltet Arbeitsräume. Parallel engagierte sie sich ehrenamtlich – als sachkundige Einwohnerin der Hansestadt, in ihrer evangelischen Kirchengemeinde und als Moderatorin von Gottesdiensten.
Privat ist Melly gern in Bewegung: Sie tanzt, fährt Fahrrad und Inlineskates, geht täglich 10.000 Schritte, liebt das Stand-Up-Paddeln und badet natürlich in der Ostsee. Seit der 7. Klasse singt sie im Chor – und genau dort begann auch ihre Rapskönigin-Reise.
„Mehrere aus dem Chor kamen auf mich zu: Willst du dich nicht bewerben?“ Erst gezögert, dann zugesagt – und zusammen mit dem Chor-Team entstand die Bewerbung. „Ich hatte Angst und Bammel, aber ich wusste: Wenn ich es mache, gebe ich alles.“ Sie lernte eine ganze Woche lang alles über Poel, den Raps, die Produkte der Insel – und über sich selbst.
Beim Rapsblütenfest 2025 war es dann so weit: Drei Kandidatinnen traten an. Im Festzelt saß ihr Fanclub – Kollegen, Chorfreunde, und weitere Freunde. „Das war ein gemeinsamer Gewinn. Ohne sie hätte ich’s nicht geschafft.“ Als ihr Name schließlich fiel, war da vor allem eins: ein Gefühlschaos aus Freude, Respekt – und Mitgefühl für die anderen Bewerberinnen. Jetzt freut sich Melly auf ihre Amtszeit: „Ich möchte Leichtigkeit und Lebensfreude mitgeben. Ein offenes Herz, positive Energie – das ist es, was ich ausstrahlen möchte.“
Ihr Lieblingsort? Der Sonnenuntergang in Timmendorf. Ihr Wunsch für Poel? „Dass wir uns bewahren, was diese Insel ausmacht: Herzlichkeit, Miteinander, Lebensfreude.“

Sa, 17. Oktober 2026

Sa, 17. Oktober 2026
