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Urlaub auf Poel
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Von der Kindheitspädagogin zur Cafébesitzerin: Katharina Raphael (47) hat sich mit dem „RAPHAEL Café – Eis – Snackbar“ in Timmendorf-Strand auf Poel einer ganz neuen Herausforderung gestellt. Dabei war der Weg in die Gastronomie eigentlich gar nicht geplant. Geboren in Wismar und auf Poel zur Schule gegangen, zog es Katharina nach ihrer Schulzeit zunächst nach Hamburg, wo sie eine Ausbildung zur Erzieherin absolvierte. Dort lernte sie auch ihren Mann Denis kennen, der ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen stammt. Als die beiden eine Familie gründen wollten, stand fest, dass ihre Kinder nicht in der Großstadt aufwachsen sollten. 2008 ging es deshalb zurück auf die Insel. Heute lebt Katharina mit ihrem Mann und den drei gemeinsamen Töchtern (18, 16 und 12 Jahre) in Wangern. „Wenn man über den Poeler Damm fährt, ist das schon magisch“, erzählt sie. Ein Gefühl, das sie bis heute bei jeder Rückkehr auf die Insel begleitet.
Die Idee zum eigenen Café entstand eher zufällig. Bei einem Gespräch mit ihrem Cousin erfuhr Katharina, dass in einem Gebäude in Timmendorf-Strand eine Gastronomieeinheit entstehen sollte. Gemeinsam mit ihrem Mann, der sich beruflich unter anderem mit Gastronomiekonzepten beschäftigt, entwickelte sie erste Ideen und schickte diese einfach mal rüber. Dann ging alles ziemlich schnell: Im Januar 2024 fiel die Entscheidung, im Februar begannen die Vorbereitungen und bereits im Juni wurde eröffnet. Das ursprüngliche Konzept war einfach: „Auf die Hand, ab zum Strand.“ Heute gibt es im RAPHAEL neben Eis- und Kaffee- und Kuchenspezialitäten auch leckere Snacks wie Pommes, Currywurst, Schnitzel, Leberkäse und vieles mehr. Besonders wichtig ist Katharina dabei die Qualität der Produkte und deren Herkunft. Dafür reisten sie und ihr Mann sogar nach Österreich, um sich einen ihrer Lieferanten und dessen Tierhaltung persönlich anzusehen.
Für Katharina war der Schritt in die Selbstständigkeit gleichzeitig ein Sprung ins kalte Wasser. Abgesehen von einem früheren Ferienjob in der damaligen Eisdiele von Frau Schumann in Kirchdorf hatte sie keinerlei Erfahrung in der Gastronomie. Doch genau das macht für sie den Reiz aus. „Ich staune, was man alles lernen kann“, sagt sie lachend.
Ihr persönlicher Favorit ist übrigens ihr Flat White - ein doppelter Espresso mit Milchschaum. Gerade im Sommer ist der Alltag im Café alles andere als ruhig. Sieben Tage die Woche geöffnet, unzählige Schritte auf wenigen Quadratmetern und jede Menge Trubel. Trotzdem liebt Katharina ihre Arbeit. Besonders die freundlichen und geduldigen Gäste machen für sie den Unterschied. Manche packen sogar spontan mit an und wechseln beispielsweise einen Müllbeutel.
Wir haben ein Motto im RAPHAEL , hinter dem das gesamte Team steht : unsere Gäste sollen ihre schönsten Minuten des Tages bei uns verbringen !
Was ihr ebenfalls am Herzen liegt, sind die jungen Menschen, die bei ihr arbeiten. Besonders schön findet sie es, ihre Entwicklung mitzuerleben und ihnen etwas für ihren weiteren Weg mitzugeben. Auch ihre eigenen Töchter helfen im Laden mit. Dass nicht immer alles glattläuft, musste Katharina erst vor wenigen Monaten erleben, als ein Wasserschaden für reichlich Chaos sorgte. Doch Aufgeben kam letztlich nicht infrage. „wir schauen immer nach vorne “, das ist unser Motto, sagt Katharina
Wir werden uns als Team und mit dem Café stetig weiterentwickeln, neue Erfahrungen sammeln und gemeinsam wachsen. Das positive Feedback unserer Gäste ist die schönste Bestätigung für das ganze Team und der Beweis dafür , dass wir schon vieles richtig machen .
Und was bedeutet Poel für sie? Vor allem Heimat, Ruhe und ein Stück Entschleunigung. Dass man auf der Insel nicht rund um die Uhr alles bekommt, empfindet Katharina durchaus als etwas Schönes. Früher war der Strand in Neuhof, an dem sie viel Zeit mit ihren kleinen Kindern verbrachte, einer ihrer Lieblingsorte. Heute ist es oft ihr eigenes Café, in dem sie auch gerne mal selbst zu Gast ist. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass Poel seinen besonderen Charme bewahrt und gleichzeitig offen für neue Herausforderungen bleibt. Gerade der Tourismus sei für die Insel Fluch und Segen zugleich. Doch genau diese Mischung aus Lebendigkeit und Ruhe macht Poel für sie so besonders. Und jedes Mal, wenn sie über den Damm nach Hause fährt, weiß sie wieder, warum sie hier leben möchte.

Sa, 17. Oktober 2026

Sa, 17. Oktober 2026
