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Am 11. Juli 2023 wurde bei der Berufsfeuerwehr Wismar im Beisein von Vertretern der Politik, der Verwaltung und dem Staatssekretär aus dem Innenministerium, Herrn Schmülling, eine neue, „besondere“ Drehleiter in Dienst gestellt. Doch warum ist diese Drehleiter so „besonders“ und warum berichten wir über Fahrzeuge einer anderen Feuerwehr?
Auf den ersten Blick handelt es sich um eine gewöhnliche Drehleiter, auch Hubrettungsfahrzeug genannt. Und auch technisch gesehen handelt es sich um eine marktübliche Drehleiter vom Typ DLK 23/12. Die Zahlenfolge 23/12 zeigt an, dass das Fahrzeug eine Nennrettungshöhe von 23 Metern bei 12 Metern seitlicher Ausladung hat.
Die Drehleiter stammt aus dem Hause Magirus auf einem IVECO-Fahrgestell.
Besonders macht das Fahrzeug die Geschichte hinter der Beschaffung, der Finanzierung und des zukünftigen Betriebs.
Im Zuge der Einführung einer verpflichtenden Brandschutzbedarfsplanung für jede Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern wurde bei vielen Gemeinden der Bedarf für eine Drehleiter festgestellt. Der Bedarf an einer Drehleiter resultiert dabei meistens aus der Tatsache, dass in den Gemeinden Wohngebäude mit nur einem baulichen Rettungsweg, aber mit mehr als 8,50 Meter Höhe über Oberkante Brüstung Fenster vorhanden sind. Dann ist nach den Regelungen des § 33 der Landesbauordnung M-V ein zweiter baulicher Rettungsweg vorzuhalten, denn diese Höhen können mit Steckleiterteilen nicht mehr erreicht werden. Überall dort, wo dieser zweite bauliche Rettungsweg beispielsweise wegen der baulichen Situation nicht errichtet wurde/errichtet werden kann, ist durch das Gesetz die Vorhaltung einer Drehleiter vorgeschrieben.
Entsprechende Bedarfe wurden unter anderem bei der Hansestadt Wismar, den Gemeinden Benz, Blowatz, Boiensdorf, Hornstorf, Krusenhagen, Neuburg sowie der Gemeinde Ostseebad Insel Poel festgestellt.
Nachdem die Anschaffung einer Drehleiter mit Anschaffungskosten von rund 800.000,00 € - 950.000,00 € je Fahrzeug verbunden ist und ein solches Fahrzeug auch personal- und kostenintensiv in der Unterhaltung ist, haben sich die vorgenannten Gemeinden darauf verständigt, zentral ein Fahrzeug anzuschaffen und sich entsprechend an den Kosten zu beteiligen. Hierzu wurde durch die teilnehmenden Gemeinden ein öffentlich-rechtlicher Vertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren abgeschlossen. Ein eigenes Hubrettungsfahrzeug für jede Gemeinde vorzuhalten wäre wirtschaftlich nicht zu vertreten.
Da das Beschaffte Fahrzeug aus einer Sammelbeschaffung von Drehleitern der Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern stammt, konnte hier bereits ein günstiger Preis erzielt werden, nämlich rund 626.000,00 € anstelle von 800.000,00 € bis 950.000,00 €. Zur Anerkennung der interkommunalen Zusammenarbeit hat das Innenministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern Fördermittel für das Vorhaben in Höhe rund 343.000,00 € gewährt.
Die übrigen Kosten (anteilige Anschaffungs-, Unterhaltungs- und Ausbildungskosten) teilen sich die Hansestadt Wismar, die Gemeinden des Amtes Neuburg sowie die Gemeinde Ostseebad Insel Poel zu je einem Drittel.
Das neue Fahrzeug wird bei der Berufsfeuerwehr Wismar stationiert und kann alle beteiligten Gemeinden innerhalb von 15 Minuten erreichen. Zusammen mit den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehren der Gemeinden wird es gemeinsame Übungen am Fahrzeug geben, um die Zusammenarbeit im Einsatzfall reibungslos sicherzustellen. Die Übungen finden praxisnah in den jeweiligen Gemeinden statt.
Nachdem die Brandschutzbedarfsplanung der Hansestadt Wismar die Vorhaltung von zwei Drehleitern im Stadtgebiet vorsieht, wird die bisher genutzte Drehleiter der Berufsfeuerwehr Wismar ihren Dienst zukünftig bei der Freiwilligen Feuerwehr Wismar-Friedenshof versehen.
Wir freuen uns über die zukünftige Zusammenarbeit mit den Kameradinnen und Kameraden der Berufsfeuerwehr Wismar und wünschen allen Einsatzkräften allzeit gute Fahrt eine sichere Heimkehr aus dem Einsatz.

Mo, 17. August 2026

Fr, 14. August 2026
