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Urlaub auf Poel
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Die 53-jährige Dörte Scheffelmeier, Welt- und Europameisterin im Drachenboot, lebt seit 2016 auf der Insel Poel. Die gebürtige Schwerinerin hat eine starke Verbindung zur Insel, die sie schon seit ihrer Kindheit kennt. „Die Poeler Gemeinschaft hat mich von Anfang an überwältigt“, sagt Dörte, wenn sie über ihr Zuhause spricht. Ihre Liebe zur Insel, die sie schon als Kind während der Urlaube mit ihrer Mutter in Timmendorf kennengelernt hat, ist spürbar. Dörte blickt auf eine abwechslungsreiche berufliche Laufbahn zurück. Nach der Oberschule in Schwerin begann sie als Datenkauffrau in einem Datenverarbeitungszentrum zu arbeiten. Die stürmische Wendezeit brachte für sie große Veränderungen: Sie wechselte in die Bankbranche, zunächst als Quereinsteigerin. Ihren Abschluss zur Bankkauffrau holte sie auf der Abendschule nach. Heute arbeitet sie als Baufinanzierungsspezialistin in Wismar. Ihr sportlicher Erfolg im Drachenboot begann eher zufällig. „Ich bin zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen“, erzählt sie von ihrer ersten Begegnung mit dem Kanusport.
In Schwerin entdeckte sie das Drachenbootfahren, nachdem sie mit Freunden an einem Event am Pfaffenteich teilgenommen hatte. Die Kanurenngemeinschaft lud sie daraufhin zu einem Probetraining ein – der Anfang einer außergewöhnlichen Karriere. Dörte nahm an nationalen und internationalen Wettkämpfen teil, gewann 2008 ihre erste Europameisterschaft in Amsterdam und wurde 2011 in Tampa Weltmeisterin auf der 200-Meter-Strecke. Auch in Nottingham bei der Europameisterschaft 2013 und in Moskau 2016 bei der Weltmeisterschaft stand sie erneut ganz oben auf dem Podium.
Trotz ihrer Erfolge ist Dörte bodenständig geblieben. Sie engagiert sich ehrenamtlich im Verein und trainiert das Poeler Drachenboot-Team. Ihr Wissen und ihre Erfahrung teilt sie dabei gerne: „Das Training und die Gemeinschaft bedeuten mir viel.“ Neben dem Sport übernimmt sie auch organisatorische Aufgaben, etwa als Rechnungsprüferin im Verein. Die Insel Poel hat für Dörte Scheffelmeier eine ganz besondere Bedeutung. „Das Wasser rund um die Insel, die Natur – es ist ein Traum“, schwärmt sie. Besonders die ruhige Nebensaison und das Radfahren auf den idyllischen Wegen schätzt sie sehr. Timmendorf, der Strand ihrer Kindheit, ist auch heute noch ihr Lieblingsplatz. Dort erlebte sie einen prägenden Moment, als sie mit einer Freundin, die an Krebs erkrankt war, ihre letzten gemeinsamen Tage verbrachte. Dörtes Lebensmotto ist geprägt von Dankbarkeit und Bodenständigkeit. „Ich habe viel von der Welt gesehen durch den Sport, aber auf Poel fühle ich mich zu Hause. Über den Damm zu fahren, das ist wie Ankommen.“
Die besondere Gemeinschaft und die Geschichte der Insel sind ihr sehr wichtig, und sie wünscht sich, dass das urtümliche Inselleben trotz des wachsenden Tourismus bewahrt wird. Auch die Zukunft des Drachenboot-Teams liegt Dörte am Herzen: „Es wäre toll, wenn mehr junge Menschen den Weg zu uns finden.“ Für die Insel und ihre Bewohner hat Dörte Scheffelmeier noch einen Wunsch: „Wir haben hier alles, was wir brauchen. Jede Kleinigkeit ist ein Geschenk – lasst sie uns genießen.“





