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Urlaub auf Poel
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BRANDENHUSEN
Brandenhusen liegt im Südwesten der Insel Poel und ist einer der kleinsten Orte. Die Gründung des Dorfes erfolgte im 13. Jahrhundert, um Kolonisten anzusiedeln. Im Jahr 1311 wurde Brandenhusen und Seedorf an das Heilig-Geist-Hospital Lübeck verkauft und gehörte ab Ende des 14. Jhd. zusammen mit Weitendorf und Wangern zu den sogenannten „Lübischen Dörfern“.
Da es Herzog Friedrich Franz I. gelang, durch die Abtretung des Priwalls von der Stadt Lübeck die 4 Dörfer Weitendorf, Wangern, Brandenhusen und Seedorf auf Poel zu erhalten, gehörten diese Orte schon ein Jahr vor dem Vertrag von Malmö (1803) wieder zu Mecklenburg.
Das Gut von 108 Hektar, einschließlich eines klassischen Dreiseitenhofs, wurde nach dem Krieg im Zuge der Bodenreform enteignet, aber die Nachkommen des letzten Besitzers konnten den Betrieb nach der Wiedervereinigung zurückkaufen. Sie renovierten das leer stehende Gutshaus und führten bis 2018 eine Pension für Urlauber.
Da besonders im Herbst und Winter der Weg nach Brandenhusen ziemlich beschwerlich war, erhielt der Ort nach der Wiedervereinigung endlich eine feste Straßenanbindung, ein Segen für die Bewohner!
Von Brandenhusen aus hat man einen wunderschönen Blick auf den „Faulen See“, der zusammen mit dem Rustwerder bereits in der DDR als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Östlich des Ortes liegt der „Ruge Barg“, auch bekannt als Henkersberg, wo früher der Galgen stand. Hier soll 1699 die als Hexe verurteilte Lucie Bernitt verbrannt worden sein, aufgrund einer nachbarschaftlichen Intrige, die zu ihrem tragischen Schicksal führte. Sie ist wohl das bekannteste, aber bei weitem nicht das einzige Inquisitionsopfer auf der Insel Poel. Zwischen 1592 und 1698 kam es zu insgesamt 22 Anklagen gegen Poelerinnen und Poeler wegen angeblicher Zauberei, wobei sechs Menschen starben, fünf davon qualvoll auf dem Scheiterhaufen.
