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FÄHRDORF
(plattdeutsch Fehrdörp, Fehr)
Fährdorf, die vom Festland kommend erste Ortschaft der Insel, wird urkundlich 1163 als erstes Poeler Dorf genannt. Der Damm, der das Festland mit Poel verbindet, ist um 1760 zuerst aufgeschüttet und danach erneuert und erhöht worden.
Wann die erste Brücke erbaut wurde, ist unbekannt, doch schon im frühen 17. Jhd. ist eine Brückenverbindung belegt. Der Baumeister der Poeler Festungsanlage ließ etwa 1628 zwei neue Brücken aus Holz bauen, von denen eine mit einer Zugbrücke versehen war. Zum Schutz dieser Brücken wurden zusätzlich 2 Schanzen aufgeworfen. Für die Bewachung der Schanzen wurde eigens ein „Brückenwärterhaus“ gebaut.
Erst 1927 wurde die Brücke im Zuge des Baues einer festen Straße durch eine Stahlbetonbrücke ersetzt. Das heutige Brückenhaus wurde 1851 errichtet. Bei der großen Sturmflut vom 13. November 1872 musste der „Schanzmann“ (Brückenwärter) Hans Waack mit seiner großen Familie gerettet werden.
In Fährdorf waren einige Fischer wohnhaft, die den Fischreichtum des Breitlings zu nutzen verstanden. Sie hatten südwestlich der Schanze, an der sogenannten kleinen Brücke, für ihre Boote einen Liegeplatz eingerichtet.
Die Ortslagen Fährdorf Hof und Fährdorf Ort sind erst nach 1830 entstanden. Der letzte Besitzer, Kurt Schulz, wurde 1945 enteignet.
Im Brückenhaus, bei der Familie Robert Lange, nahm 1933 der Maler Karl Christian Klasen Quartier und wurde anfangs für einen Spion gehalten.
Da an der 1927 erbauten Brücke der „Zahn der Zeit“ nagte, wurde ein Neubau im Jahr 2000 in Angriff genommen und das neue Bauwerk im Juni 2001 für den Verkehr freigegeben.
