Niendorf
Öffnungszeiten
NIENDORF
(plattdeutsch Niendörp)
Das südöstlich von Kirchdorf gelegene Niendorf, heute als Niendorf 1 bezeichnet, war vor der endgültigen Besitznahme durch den Pflanzenzüchter Hans Lembke im Jahr 1922 Eigentum des Bauern Dücker. Der Erwerb von Niendorf war für die Flächenerweiterung der Malchower Saatzuchtwirtschaft von großer Bedeutung. Der Niendorfer Acker grenzt in langer Front an die Malchower Flur.
Hans Lembke hatte über den heute noch als Schienenstrang bekannten angelegten Weg zwischen Malchow und Niendorf eine Direktverbindung geschaffen und mit Schienen für eine Feldlorenbahn versehen. Darüber hinaus hatte er 1918 eine kleine Anlegestelle an der Kirchsee gebaut, von der die mit Feldfrüchten beladenen Prahme vom Poeler Dampfer nach Wismar geschleppt wurden. An dieser Stelle befindet sich heute eine Marina und die Gaststätte „Forellenhof“.
In Niendorf stand viele Jahrhunderte eine Windmühle. Der letzte
Besitzer war Heinrich Hallier. Im Jahr 1953 wurde die mit moderner Technik
ausgestattete Mühle Opfer eines Feuers durch Selbstentzündung. An dieser Stelle entstand 1956 auf Initiative von Prof. Dr. h.c. Dr. h.c. Hans Lembke die erste Kartoffelscheune der DDR.
Das weiter südlich liegende Niendorf 2 ist erst durch die Separation nach 1830 entstanden. Der Hof, ein typischer Dreiseitenhof, ist heute Eigentum von Hans-Joachim Lembke. Er ließ die verwahrlosten Gebäude sanieren. Die ehemalige Scheune ist im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern Magnet für Musikfreunde.
Reste einer Kaianlage an der Kirchsee, die der damalige Hofbesitzer
Richard Beyer zur Verschiffung landwirtschaftlicher Produkte bauen ließ, sind heute noch sichtbar.
Im Mai 2012 wurde die neue Brücke in Niendorf eingeweiht. Diese verbindet den Ort fußläufig mit Kirchdorf und ist nun Bestandteil des „Maritimes Erlebnispfads“.
Die neue Straße „Friederikenwiese“ wurde 2023 fertiggestellt. Im ersten fertig gestellten Gebäude fand eine Praxis für Allgemeinmedizin ihre Räumlichkeiten sowie mehrere Wohnungen.
