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Seedorf
Auf alten schwedischen Landkarten der Insel aus dem Jahr 1698 ist nur der Name Seedorf eingetragen, obwohl Gebäude des heutigen Neuhof eingezeichnet sind. Diese Ortsbezeichnung ist wohl erst nach 1800 in Gebrauch. 1842 hatte der Ort nur 39 Einwohner, Seedorf dagegen 83. Seedorf war seit Ende des 14. Jahrhunderts bis 1803 dem Lübecker Heilig-Geist-Hospital unterstellt, da es eines der Lübischen Dörfer war.
Da es Herzog Friedrich Franz I. gelang, durch die Abtretung des Priwalls von der Stadt Lübeck die 4 Dörfer Weitendorf, Wangern, Brandenhusen und Seedorf auf Poel zu erhalten, gehörten diese Orte schon ein Jahr vor dem Vertrag von Malmö (1803) wieder zu Mecklenburg.
Die Kinder von Seedorf und Neuhof gingen über den heute als Betonspurbahn ausgebauten Weg nach Wangern zur Schule. Der Besitzer von Seedorf, Hans Steinhagen, der wegen seinem Hof auf einer Anhöhe „Hans von Baben“ genannt wurde, gilt als Begründer und Erbauer von Neuhof, des neuen Hofes. 1911 erwarb Paul Maertens den Hof, sein Sohn Herrmann bewirtschaftete ihn bis zur Enteignung durch die Bodenreform 1945.
Neuhof galt für die damalige Zeit als sehr fortschrittlich und mit neuester Technik ausgerüstet. Ein Schienenstrang bis zum Kirchdorfer Hafen ermöglichte den Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse nach
Wismar. Nach der Wiedervereinigung entstand in Neuhof ein Reiterhof, der sich auf Kutschfahrten spezialisiert hat, zusätzlich werden in der dazugehörigen Pension Reiterferien angeboten. Das Gutshaus in Seedorf wurde zum Ferienobjekt umgebaut.
