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Weitendorf
Weitendorf war, wie auch Wangern, Brandenhusen und Seedorf, seit Ende des 14. Jhd. dem Heilig-Geist-Hospital von Lübeck unterstellt. Somit zahlten die Bewohner auch in der Schwedenzeit keine Abgaben an die schwedische Krone.
Da es Herzog Friedrich Franz I. gelang, durch die Abtretung des Priwalls von der Stadt Lübeck die 4 Dörfer Weitendorf, Wangern, Brandenhusen und Seedorf auf Poel zu erhalten, gehörten diese Orte schon ein Jahr vor dem Vertrag von Malmö (1803) wieder zu Mecklenburg.
Zu Weitendorf gehören Weitendorf-Hof sowie verwaltungstechnisch auch Einhusen.
Neben den Bauern wohnten in Weitendorf zwei Leinenweber und ein Gastwirt. Die Fischerei als Erwerbszweig gewann erst in der 2. Hälfte des 19. Jhd. mit den ersten Zeesbooten an Bedeutung. Heute ist sie als Haupterwerb fast zum Erliegen gekommen. In der Blütezeit der Zeesen- und Reusenfischerei baute Hans Waack seine Gastwirtschaft mit dem größten Saal. Das ist heute leider Geschichte, ebenso wie der Kaufmannsladen von Friedrich Steinhagen.
Hausmann Wegener aus Weitendorf sagte 1796 aus: „Vor Zeiten seinen in Weitendorf 3 Hausmannsstellen gewesen. In nachmahligen Kriegszeiten wurde dies Dorf aber so schwer mitgenommen und insbesonderheit durch Feuer so schwer verheert, daß es gänzlich von Einwohnern entblößt, und nur die einzige Hofstelle, welche ich jetzt bewohne, stehen blieb. Die vorigen Anwohner waren so verarmt, daß … der Acker des einen Gehöftes zu Brandenhusen zu ziehen und dem der jetzigen Schulzenstelle daselbst beizulegen wäre, die andere wüste Stelle …ward meinem Vorfahren, der in gutem Behalt geblieben war, vom derzeitigen Vogtey-Gericht übergeben und mit seiner schon vorher besessenen Hausmannsstelle combiniert.“
Durch die Verlegung des Hofes Wegener in der 1. Hälfte des 19. Jhd. aus dem Dorf Weitendorf nach Weitendorf-Hof verlor Weitendorf seinen Charakter als Bauerndorf und wurde zu einem Handwerker- und Fischerdorf.
Nach der Separation 1830 entstand der imposante Gutshof in Weidendorf Hof. Der letzte Besitzer, Gerhard Eggers, wurde 1945 durch die Bodenreform enteignet. Die große Feldscheune blieb erhalten und dient nach ihrer Sanierung durch die Firma Müller und Müller heute als Winterlager für Sportboote. Im ehemaligen Gutspark wird heute eine Pension betrieben.
